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Das Logo als logische Konsequenz

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über die Kriterien eines gelungenen Logos hingegen nicht. Egal mit welchem Vektorprogramm solch ein Markenzeichen kreiert wird, die logische Idee und deren präzise Ausarbeitung bildet die Grundvoraussetzung für die Erfüllung der Begrifflichkeit.

Das breite Bedeutungsspektrum vom altgriechischen Begriff „logos“ reicht von „Wort“ sowie dessen „Sinn“, über das „geistige Vermögen“ wie z. B. „Vernunft“ bis hin zu speziellen Erklärungen wie „Definition“ oder „Argument“.

Die Aufgabe eines Logo-Designers ist es nun, mit Passion, Kreativität, Logik und grafischer Kompetenz eine symbiotische Beziehung zwischen Kernbotschaft des Auftraggebers und dessen Zielpublikum visuell ansprechend abzubilden.

Der Preis und seine Prestige-Wirkung

Betrachtet man nun bekannte Logos und deren kommunizierte Preise, so wird schnell klar, dass die Aufmerksamkeit linear mit dem Logopreis ansteigt – sowohl die Aufmerksamkeit der Befürworter als auch die der Kritiker. Ein ganzes Land diskutiert heftig über Recht bzw. Unrecht von solch immensen Preisvorstellungen (Wien-Logo 2019, ORF 1-Logo 2019 etc.).

Simple Re-Designs, die dem Betrachter nicht wirklich ins Auge stechen würden, erlangen erst durch unverschämte Preisgestaltung an Bedeutung - schließlich muss Teures zwangsläufig gut sein. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Veblen-Effekt (Snob-Effekt). Der amerikanische Ökonom Thorstein Veblen beschäftigte sich bereits im Jahr 1899 mit Luxusgütern und deren Prestigewirkung.

Ein sicher funktionierender Marketing-Gag, wären da nicht zahlreiche Grafiker, deren bunte Seelen im Bézierkurven-Takt zuverlässig vibrieren, wenn ihre schöpferischen Kreationen für ein Mini-Honorar an die Frau bzw. an den Mann gebracht werden. Wohl gemerkt, wir sprechen von durchdachten, klar strukturierten Logo-Konzepten, die grafisch höchst professionell umgesetzt werden - alles stimmt, außer der Preis.

So bleibt den meisten Designern, neben ihrem Talent und ihrer Leidenschaft, das Wissen, dass die logische Konsequenz von Visualisierung meist nur mit „geistigem Vermögen“ abgegolten wird.